Talent des Monats: Eva Leitschuh

Gemälde: street with no name

Street with no name, Gemälde von Eva Leitschuh

Nachdem wir Ende August die Wiener Musikerin Anna Anderluh vorgestellt haben, blicken wir heute wieder nach Hessen, genauer gesagt in den Darmstädter Nordbahnhof.

Durch das in die Jahre gekommene Gebäude eilen werktags Arbeiter eines in der Nähe beheimateten Pharma-Konzerns zu Früh- oder Spätschicht – oder von dieser oder jener zurück zum Vorortzug in den Odenwald. Reisende finden eher selten hierher.

Dabei kann  sich der Gang in den denkmalgeschützten Bahnhof lohnen: Wenn der Aufmerksame Glück hat, ist die erste der schweren Brandschutztüren zwischen Kiosk, Paketabholstelle und steilen Treppen geöffnet und erlaubt so den Blick ins Atelier Eva Leitschuhs, einer begabten und überaus sympathischen Künstlerin aus dem drei Bahnstationen entfernten Nieder-Ramstadt.

Eva Leitschuh – Malerin

1962 in Bad Homburg vor der Höhe geboren und in Klaa Paris aufgewachsen (Ortsfremden vielleicht bekannt als Frankfurter Stadtteil Heddernheim), hat sich Eva Leitschuh schon früh durchsetzen können: Wären ihre Eltern schon froh gewesen, wenn sie die Realschule abgeschlossen und sich eine »gute Partie« geangelt hätte, wurde Eva autark und schlug den Weg Richtung Kunst ein.

Foto: Eva Leitschuh in ihrem Atelier

Eva Leitschuh in ihrem Atelier im Darmstädter Nordbahnhof

Sie studierte Visuelle Kommunikation in Mainz und erhielt ein Stipendium des Fulbright-Programms, das ihr zwei Auslandssemester in den U.S.A. ermöglichte. Mit Diplom und guter Mappe unterm Arm fand sie anschließend schnell einen Job in der Werbung, merkte aber bald: Das »… ist nicht so doll, nicht meins …«.

Eine Familienauszeit folgte, bis sie begann, wieder intensiv zu malen, erst mit Acryl, später mit Öl. 2006 mietete sie die Räume im Bahnhof, von denen einer ihr Atelier wurde. Ich bin nicht sicher, ob es der ehemalige Fahrkartenschalter oder der Raum der Gepäckaufgabe ist – auf jeden Fall bietet der hohe Raum mit seinen großen Sprossen-Fenstern nach Osten wunderbares Licht zum Arbeiten – und Platz für Kurse: Eva Leitschuh unterrichtet dort auch Aktzeichnen, Portrait oder Stillleben.

Ihr eigener Stil ist schwer zu beschreiben: Muten manche Arbeiten auf den ersten Blick eher abstrakt an, so erkennt der genauer hinschauende Betrachter doch schnell mehr oder weniger versteckt eingebaute Gegenstände, vielleicht sogar einen Grizzlybären.

Zwischen Heidelberg und Frankfurt ist die freischaffende Künstlerin mittlerweile durch viele Ausstellungen bekannt geworden. Auch ihre Arbeiten verkaufen sich immer besser. Nur ein Tipp: Wenn Ihnen ein Werk gefällt, greifen Sie schnell zu: Es soll schon vorgekommen sein, dass sie mit einem ihrer Bilder nicht mehr so richtig zufrieden war – und bevor die potentielle Käuferin sich melden konnte, war das Werk schon aus einer Laune heraus überarbeitet 🙂

Discovery Art Fair Frankfurt

Zum Schluss ein Hinweis: Vom 5. bis zum 7. November 2021 wird die Entdeckermesse für zeitgenössische Kunst in Frankfurt am Main stattfinden. Eva Leitschuh wird mit aktuellen Arbeiten dort vertreten sein.

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Unsere Reihe Talent des Monats wird fortgesetzt

Etwa einmal pro Monat werden wir Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform bieten. Sollten Sie selbst Interesse haben, hier von uns erwähnt zu werden oder jemanden kennen, von dem Sie glauben, dass wir sie oder ihn fördern sollten, nehmen Sie einfach Kontakt auf. Ganz besonders freuen wir uns immer auch über junge Talente.

Bisher stellten wir vor

Ansprechpartner für Interessierte

Foto: Armin Briatta, dbb akademie GmbH

Armin Briatta
E-Mail: armin.briatta@dbbakademie.eu
Telefon: +49 173 6549710

Kommentare (3) Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die sehr beeindruckenden Farbwirkungen ziehen mich in ihren Bann. Dabei macht es Spaß. direkt nach den „versteckten“ Objekten zu suchen…
    Eine Freude für das Auge!
    Peter Reißer

    Antworten

  2. Was für tolle Farben!
    Besonders das Bild „Brombeergebüsch“ gefällt mir.
    Die Bilder würde ich mir gerne im Original ansehen.
    Vielleicht stellen Sie einmal in einer Berliner Galerie aus?
    Rita Genz

    Antworten

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