Kompetenzzentrum Antikorruption

Graffiti: Anti Corruption

Wenn Sie das Wort Korruption hören, haben Sie möglicherweise ein Bild im Kopf: Geld wandert von einer Tasche in die andere. Heimlich. Schwarzgeld vielleicht. Von der oder dem Beschenkten wird eine Gefälligkeit erwartet, mal kleiner, mal größer. Vielleicht soll ein Hindernis aus dem Weg geräumt werden oder ein Auftrag direkt vergeben. Schmiergeld dient dazu, dass es »läuft«.

Was ist Korruption?

Korruption stammt vom lateinischen Wort corruptio ab, das auf Wikipedia mit Verderbnis, Verdorbenheit oder Bestechlichkeit übersetzt wird. Soweit eindeutig, oder?

Transparency International formuliert auf seiner Website, der Begriff Korruption sei so undurchsichtig wie die Strukturen, in denen sie gedeiht. Es gebe viele Definitionen. Transparency International entschied sich für diese:

»Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.«

Das beschreibt in einem kurzen Satz, was sich etwas komplizierter und im bestem Nominalstil geschrieben auf der Seite des BKA findet: »Die kriminologische Forschung definiert den Begriff Korruption als Missbrauch eines öffentlichen Amtes, einer Funktion in der Wirtschaft oder eines politischen Mandats zugunsten eines anderen, auf dessen Veranlassung oder Eigeninitiative, zur Erlangung eines Vorteils für sich oder einen Dritten, mit Eintritt oder in Erwartung des Eintritts eines Schadens oder Nachteils für die Allgemeinheit (in amtlicher oder politischer Funktion) oder für ein Unternehmen (betreffend Täterinnen und Täter als Funktionsträger in der Wirtschaft)«.

Wo beginnt Korruption?

Tatsächlich zeigt sie sich auf sehr unterschiedliche Art. Und gerade die Anfänge sind besonders schwer zu erkennen, ihre Bedeutung wird oft unterschätzt oder absichtlich klein geredet.

»Unmoralische« Angebote an Beschäftigte sind nicht selten, besonders an korruptionsgefährdeten Arbeitsplätzen. Für ungeschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es deshalb oft schwer, deren Bedeutung einzuschätzen:

  • Darf ich ein kleines Geschenk annehmen?
  • Bin ich dann schon beeinflussbar?
  • Ab wann handelt es sich um Bestechung?
  • Wann verhalte ich mich strafbar?
  • Ab wann wird es richtig kriminell?

Viele wissen auch nicht, dass es bei der Korruption immer nur Täter gibt: Sowohl Gebende als auch Nehmende können sich strafbar machen.

Die gute Nachricht: Man kann lernen und üben, wie man Korruption vorbeugen kann, wie man Warnhinweise frühzeitig erkennt und wie man im Korruptionsfall richtig handelt.

Was, wenn ein Verdacht aufkommt?

  • Was können Einzelne oder Behörden tun, wenn der Verdacht auf Korruption besteht?
  • An wen können sie sich wenden?
  • Müssen sie Angst haben vor Repressalien?
  • Wer schützt sie vor solchen?

Welche Schäden richtet Korruption an?

Hartmut Bäumer, Vorsitzender von Transparency Deutschland schätzt, der durch Korruption entstehende Schaden gehe jährlich in die Milliarden.

Allerdings: Die durch Korruption entstehenden Schäden sind nicht nur fianzielle. Es geht nicht allein um Fehlinvestitionen in unsinnige Projekte oder ähnliches. Mindestens genauso schwer und viel langfristiger wirken:

  • Das Ansehen der öffentlichern Verwaltung und anderer Institutionen schwindet
  • Das Vertrauen der Menschen in Politik und Staat wird erschüttert

Die Folge: noch mehr Korruption. Denn wenn Vertrauen und Ansehen erst einmal fehlen, wird es für den ein oder anderen erst recht verlockend, es auch einmal zu versuchen. Die anderen machen es ja vor. Wenn sich dann noch wegen der aktuellen Krisen die wirtschaftliche Lage verschlechtert, könnte die Versuchung noch größer werden.

Das Bundeslagebild Korruption 2021 – die Tendenz

Auf der Website des Bundeskriminalamtes (BKA) finden wir nicht nur die schon erwähnte Definition von Korruption, sondern auch die jährlich im Herbst erscheinenden Bundeslagebilder der jeweils vergangenen Jahre. Im September 2022 veröffentlichte das BKA das Bundeslagebild Korruption 2021. Und das zeigt ein ernüchterndes Bild von der Entwicklung in Deutschland.

In der Gesamtbewertung schreibt das BKA, dass die Gesamtzahl der Korruptionsstraftaten nach einem kurzfristigen Rückgang 2018 zum dritten Mal in Folge gestiegen sei. Die Rede ist dabei nur von aufgedeckten Fällen.

Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich immer noch gut dasteht (Register zur Wahrnehmung von Korrutption von Transparency International), sollten wir die Alarmzeichen ernst nehmen:

Warum ein Kompetenzzentrum Antikorruption?

Die dbb akademie ist seit über 20 Jahren weltweit aktiv, wenn es um Korruptionsprävention geht.

Wir unterstützen die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland und in vielen Ländern Asiens, Europas und Afrikas und helfen ihnen, sich dem Kampf gegen Korruption zu stellen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, diese zu erkennen und zu verhindern.

Unser Ziel: Integrität schaffen durch Bilden – denn Bilden schützt

Seit einiger Zeit bekommen wir vermehrt Anfragen zum Thema Gefährdung durch Korruption. Und wir haben unser Angebot erweitert. Sei es für die Verwaltung oder in der Wirtschaft, wir schneidern unserere Fortbildungen genau auf Sie und ihren Bedarf zu.

  • Prophylaktisch, damit Sie gewappnet sind, Warnzeichen rechtzeitig erkennen und entsprechend vorbeugen können
  • Unterstützend beim Bekämpfen für den Fall, dass erste Anzeichen von Korruption in Ihrem Arbeitsbereich zu sehen sind – und seien es auch nur geringe

Ansprechpartner

Foto: Holger Michael Arndt, dbb akademie GmbH

Holger-Michael Arndt
Telefon: +49 178 2381220
E-Mail: h.arndt@dbbakademie.de
Portraitfoto: Hans-Joachim Rieger

Hans-Joachim Rieger
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